"Anton"
Max
Elektro-Shock



Hamburg, 02.02.2009: Das Jahr 2009 steht unter Strom: Opel Ampera, BMW Active Hybrid, Mercedes-Benz BlueTec Hybrid – sogar die Formel 1 fährt mit KERS nun teilweise elektrisch.

Doch nicht nur der Hybrid-Antrieb steht hoch im Kurs, auch vollelektrische Mobile sind auf dem Vormarsch: nach Tesla Roadster, Mini E und Elektro-Smart bringt Mitsubishi in diesem Jahr den i-Miev nach Deutschland. In Amerika plant Shelby Super Cars sogar einen Renner, der rein elektrisch bis zu 1200 PS produzieren soll.

Diese schöne neue Welt hat aber einen Haken: die Energiespeicherung. Einmal voll tanken geht eben nicht in ein paar Minuten, sondern dauert meist die ganze Nacht. In der Stadt mag das noch funktionieren, sobald es aber über große Distanzen geht, lahmt das elektrische System schnell.

Forscher der Universität Tufts in den USA haben nun eine vielleicht sogar bahnbrechende Erfindung zur Vergrößerung des Aktionsradius gemacht: elektromagnetische Stoßdämpfer. Nichts Neues glaube Sie? Und ob, denn hier geht es nicht um verstellbare Dämpferraten, um der Luxuslimousine noch größeren Komfort zu gewähren, sondern um Energiegewinnung.

Die Karosserieschwingungen, die durch das Fahren verursacht werden, sollen vom Stoßdämpfer gedämpft werden. Er erreicht dies im herkömmlichen Sinne über Reibung (und Strömung). Dadurch entsteht Wärme. Die Wissenschaftler aus den USA haben nun einen Dämpfer entwickelt, in dem ein Dauermagnet in einer Spule sitzt und durch die Karosseriebewegung in dieser hin- und herbewegt wird.

Im Physikunterricht hat jeder von uns diesen Versuch der Spannungserzeugung schon einmal miterlebt und dennoch ist dieser neue Stoßdämpfer so genial wie einfach. Je schwerer das Fahrzeug und je größer die Frequenz der Schwingung (Geschwindigkeit), desto mehr Energie kann aus der Stoßdämpfung entnommen werden.

Der Linearmotor-Stoßdämpfer kann pro Stück je nach Größe auf einer normalen Straße zwischen 2kW und 17kW Leistung bei etwas über 60km/h Durchschnittsgeschwindigkeit produzieren. Das entspricht 92 PS bei einem ausreichend schweren Fahrzeug.

Das alles klingt nach weit entfernter Zukunftsmusik, doch die neuen Dämpfer sind bereits beinahe fertig entwickelt und gehen demnächst in einen Flottenversuch beim Paketdienst UPS, der bereits einige Hydraulic Hybrids betriebt, in denen ein Hydraulikmotor für Vortrieb sorgt. Die verantwortlichen Forscher sprechen von einer Reichweitenverlängerung von 20-70% je nach Einsatzort.


 

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Doch nicht nur Energie können die neuen Dämpfer produzieren, denn durch geschickte Steuerung des elektrischen Feldes rund um den Magneten lassen sich in Echtzeit beliebige Dämpferraten einstellen, die das neue System gerade für den Rennsport interessant machen.

Die Massenfertigung des Linearmotorstoßdämpfers wird ihn dann auch kompatibel zu allen gängigen Hybridmodellen machen und vielleicht ist diese Erfindung die letzte die nötig war, um der Elektrifizierung des Automobils den Durchbruch zu ermöglichen. Genug Potenzial produziert sie jedenfalls.

Text: Fabian Mechtel (asphaltfrage.de)

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