Hamburg, 03.05.2007: Ponys sind ja schwer im Kommen. Jede Frau, die etwas auf ihren Style und ihre Frisur hält, lässt sich von dem Guido ihres Vertrauens einen verpassen. Gute Nachricht, Jungs – da brauchen wir uns auch nicht mehr zurückhalten. Also schnurstracks die Schnitte im Salon abgegeben und weiter zum Muscle-Car-Händler unseres Vertrauens. Denn hier kann ab Juni das absolute Power-Pony geordert werden: der eigens von Shelby aufgeblasene Mustang GT500 Super Snake.
Super Snake? Irgendwie bekannt? Genau - schon für die erste Generation des Shelby GT500 gab es diese Extra-Power. 1967 baute Carrol Shelby seinen Über-Mustang, der es auf satte 275km/h brachte. Respekt. Zu dieser Zeit kratzte bei uns noch ein VW Käfer gerade mal an der 100km/h-Marke. Ford Racing und Carroll Shelby haben sich jetzt zum 40-jährigen Jubiläum wieder zusammengespannt, um auch dem aktuellen GT500 zu mehr Potenz zu verhelfen. Grundlage für’s „Pony auf Speed“ bildet die aufgeblasene V8-Maschine, die von Ford Racing mittels modifiziertem Kompressor und neuer Auspuffanlage „etwas“ an Muskelmasse gewinnt: Das Basis-Kit „Super Pack 600“ bringt’s mal eben auf 600 PS und 678 Newtonmeter maximales Drehmoment. Hoffen wir mal, dass der Anschaffungspreis vergleichsweise niedrig ausfällt, denn das dann „gesparte“ Budget dürfte sich angesichts dieser Leistungsdaten regelmäßig an der Hinterachse in fetten Qualm und Wohlgefallen auflösen. Aber hey – dafür hast Du im Reifenhändler auch einen Freund fürs Leben gefunden… Ach so – und wem das nicht reicht, der kann seinen Mustang von Shelby auch noch bis 725 PS dopen. Dann muss man wohl seitens des Reifenhändlers aber mit Adoptionsgedanken rechnen. Und eine Werksgarantie geben die Shelby-Leute dann auch nicht mehr.
Geschaltet wird manuell mittels eines neuen 6-Gang-Getriebes. Damit der Mustang nicht durchgeht, wie von der Cobra gebissen, spendiert man dem GT 500 ein neues Sportfahrwerk. Wobei man sich hier vielleicht nicht zuviel erwarten sollte: Doppelquerlenker mit Pushrods wird man jedenfalls vergeblich suchen. Auch 40 Jahre später wird Tradition in den Häusern Ford und Shelby groß geschrieben. Und so kann es nur eine Lösung für das Heck geben: Starrachse. Zum Kurvenmonster mutiert der Mustang damit wohl nicht gerade, aber ein hammermäßiger, amtlicher Power-Cruiser ist er allemal. Damit das auch optisch gut rüberkommt, spendiert man der Super Snake eine Motorhaube aus feinstem Carbon. Im Hinblick auf die Tradition natürlich versehen mit dem berühmten Markenzeichen aller Autos von Carrol Shelby – den zwei fetten Rennstreifen, die sich bis zum Heck ziehen.
Was denn ein Mustang nun eigentlich mit einem Pony zu tun hat? Berechtigte Frage und deshalb hier eine kleine Exkursion in die Automobilgeschichte: 1964 brachte Ford den ersten Mustang zur Welt und dieser wurde zum Synonym für die neue Kategorie der „Pony cars“. Die 2+2 oder 4-Sitzer zeichneten sich als Coupe oder Cabriolet durch kompakte Karosserieformen mit attraktivem Design aus. Der Antriebsstrang war konventionell mit Frontmotor und Heckantrieb ausgelegt und beinhaltete eine standesgemäß großvolumige Befeuerung – meist V8 Big Blocks. Und weil Ponys viel billiger sind als Vollblutaraber war ihr Anschaffungspreis auch vergleichsweise niedrig.
Super Snake Bilder vom gedopten GT500 hat Carroll leider noch nicht rausgerückt. Als guter Anhaltspunkt dürfte aber wohl der GT500KR herhalten. Kombiniert ihn einfach etwas mit dem Stripes Package und dazu noch zwei Zusatzscheinwerfer im Kühlergrill wie bei Elenore?