Hamburg, 17.04.2009: Seit 20 Jahren schon ist der bayrische Tuner Novitec im Geschäft, veredelt Alfa, Fiat, Ferrari und Maserati. Vor allem seine mittels zweier Kompressoren aufgeladenen V8-Aggregate in F360 und F430 sorgten für Aufsehen. Mit zuletzt über 700 PS donnerten die italienischen Coupés aus dem Hause Novitec an Größen wie Lamborghini LP640, Ferrari Enzo und Porsche Carrera GT vorbei. Doch das Tunen der springen Pferde scheint Novitec nicht mehr zu reichen. Anlässlich des 20. Firmenjubiläums soll nun der erste eigene Supersportwagen die Hallen in Stetten verlassen. Optisch erinnert der "TuLesto" getaufte Renner zwar extrem an den Ferrari F430 doch handle es sich hier laut Novitec um eine "komplette Eigenentwicklung". Auch die sehr ähnlichen Abmessungen von 4,62 Metern Länge, 2,04 Metern Breite und 1,22 Meter Höhe scheinen also Zufall (F430: 4,51 x 1,92 x 1,21).
Unter der Haube des nur 1260 Kilogramm schweren TuLesto soll ein 4,4 Liter großer V8 für massig Vortrieb sorgen. Wie von Novitec gewohnt, setzten auch diesen Motor zwei Kompressoren unter Druck und pressen über 700 PS aus den Brennräumen. Doch statt der bisherigen Höchstgrenze von 717 PS im Ferrari F430 Scuderia Novitec darf sich der "neue" Motor im TuLesto zu 777 PS und 727 Newtonmetern aufschwingen. Nach 3,4 Sekunden soll so die 100-km/h-Hürde übersprungen werden, Tempo 300 nach 22,6 Sekunden anliegen. Die Höchstgeschwindigkeit soll laut Novitec bei "über 350 km/h" liegen. In diesen Genuss kommen allerdings weltweit höchstens elf finanzkräftige und bereits ausgewählte Kunden.
Um das Bi-Kompressor-Kraftwerk herum hat der zum Fahrzeughersteller mutierte Tuner eine schicke Hülle geschneidert, dich sich über einem Chassis aus Aluminium spannt. Auch die Fahrgastzelle des Zweisitzers besteht aus dem Leichtmetall uns trägt so zum Leistungsgewicht von 1,62 Kilogramm pro PS bei. Um das Leichtgewicht jederzeit verlässlich zum Stehen zu bringen, verbaut Novitec Ceramik-Bremsscheiben, die ringsum von je sechs Kolben in die Zange genommen werden.
Leichtbau und hohe Festigkeit dominieren auch den Innenraum. Mit dem fauchenden V8 im Rücken nehmen Pilot- und Copilot in eigens für sie angefertigten Carbon-Sitzschalen platz, Türinnenverkleidungen, Armaturenbrett und Mittelkonsole bestehen ebenfalls aus dem Hightech-Material. Wer genug vom Brüll-Aggregat hat, der darf sogar etwas mit dem High End Soundsystem herumspielen. Aber wer will das schon?
Da der TuLesto lediglich für elf "langjährige Kunden des Unternehmens" gebaut wird, gibt es von Seiten Novitec keinerlei Angaben zum Preis des Boliden. Auch ist nicht zu erfahren, ob und wann der TuLesto einmal in Natura zu bewundern sein wird. Es gäbe jedoch schon ein fahrfertiges Exemplar erfahren wir, und dass die Auslieferung des ersten Wagens im nächsten Jahr über die Bühne ginge. Angesichts des hohen Entwicklungsaufwandes, den der "ehemalige" Tuner in den Boliden gesteckt hat, dürfte ein Abgabepreis jenseits der 500.000 Euro aber durchaus realistisch sein.
Etwas weniger spektakulär, aber mit maximal 35.000 Euro auch deutlich billiger sind die mindestens 300 PS starken Sportcoupés, die wir HIER für Sie zurechtgesucht haben.
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