Hamburg, 09.09.2009 (mit Video): Und wieder hat das mächtige Internet einem Hersteller einen Strich durch die Premieren-Rechnung gemacht. Diesmal hat es Mercedes erwischt. Schon eine Woche vor der geplanten Präsentation auf der IAA haben Bilder des neuen Fügeltürers ihren Weg in Netz gefunden. Das australische Magazin CarPoint hat die Bilder des von AMG entwickelten SLS aus dem Hut gezaubert und so kann nun auch EVOCARS einen Blick auf den schneidigen Stuttgarter mit dem berühmten Vorfahren gewähren. Wie bereits bekannt, wird der Enkel des Mercedes SL300 vom 6,2-Liter-V8 aus dem Hause AMG angetrieben. Das Aggregat wurde bedingungslos auf hohe Drehzahlen getrimmt, und schmeißt im SLS so 571 PS auf die Welle. Dazu kommt ein Drehmoment von beachtlichen 650 Newtonmetern. Erreicht wurde das Leistungsplus durch einen neuen Fächerkrümmer sowie Modifikationen am Ansaugtrakt. Laut vorläufiger Werksangaben soll der überarbeitete Motor den SLS in 3,8 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und in zwölf Sekunden auf 200 km/h schießen. Abgeriegelt werden soll der neue Kult-Flügeltürer bei 315 Sachen. Warum, ist nicht ersichtlich. Dass der SLS AMG auch in der weltbekannten Grünen Hölle durchaus punkten kann, wird allerdings angesichts dieses Videos schnell klar.
Geschaltet wird beim SLS über ein neu entwickeltes Siebengang-Doppelkupplungstriebe mit vier Schaltprogrammen. Ähnlich der Lunch-Control von Porsche sorgt beim AMG der „Race Start“ für eine optimale Kraftübertragung beim Vollgasstart. So soll auch weniger geübten Fahrern der 3,8-Sekunden-Start gelingen ohne die Straße mit massig Gummiabrieb zu verunreinigen. Außerdem zur Wahl stehen ein manueller, sowie eine Sport- und ein verbrauchsoptimierter Modus. Letzterer soll einen Durchschnittsverbrauch von zirka 13 Litern ermöglichen.
Um dem Fahrer aber nicht nur Power sondern auch ein optimales Handling mit auf den Weg zu geben, haben die Entwickler des rund 1,6 Tonnen schweren Coupés viel Wert auf eine gute Balance gelegt. Dank der Trockensumpfschmierung kann der V8 tief unten im Motorraum kauern und den Schwerpunkt des SLS absenken, die Transaxle-Bauweise (Getriebe an der Hinterachse) und der hinter der Vorderachse sitzende Motor schaffen ein Vorne-Hinten-Verhältnis von 48 zu 52. Perfekt!
Was der erste echte Flügeltürer seit einem halben Jahrhundert kosten wird, gibt Mercedes zwar noch nicht bekannt, doch da Porsche Turbo und Audi R8 V10 als potenzielle Konkurrenten gelten, wird man sich wohl im Preissegment von rund 160.000 Euro bewegen. Ach ja: Zu sehen ist der SLS AMG zum ersten Mal in ganzer Schönheit auf der IAA 2009 in Frankfurt.
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