Lamborghini Pregunta steht zum Verkauf



Hamburg, 21.08.2009: 1998 war ein bewegtes Jahr für Lamborghini.Im Juli erfolgte die 100%ige Übernahme durch den Volkswagen/Audi Konzern, nur wenige Wochen vorher hatte Lamborghini ein Abkommen mit dem französischen Luft- und Raumfahrt-Konzern und Fahrzeughersteller Heuliez unterzeichnet und einen Lamborghini Diablo für die Entwicklung eines neuen, zukunftsweisenden Prototypen bereit gestellt.

Heuliez wollte den Pregunta zum 50jährigen Bestehen auf der Paris Motor Show, präsentieren, der Vertrag schloss auch eine spätere Kleinserie nicht aus. Lamborghini erwartete ein eigenständiges Design, völlig neu und keine Kopie irgendeines Miura, Countach oder Diablos.

Nach der Eingliederung in die Audi-Gruppe 1998 ging Lamborghini eigene Wege und präsentierte wenig später den Canto, eine Studie die dann als Gallardo in Serie ging und wesentlich zum Erfolg von Lamborghini beigetragen hat. In Ingolstadt wurde die Zerstörung aller anderen noch irgendwo existierend Prototypen angeordnet, das Aus für den Pregunta. Aber zu spät: Der Pregunta war fertig gestellt und wurde von Heuliez 1998 in Paris und 1999 in Genf vorgestellt. Das Design stammt aus der Feder von Marc Deschamps, dem Nachfolger von Marcello Gandini bei Bertone. Deschamps ist ebenfalls verantwortlich für den Erben des EB110-Erben – den Edonis.

Doch zurück zum Pregunta: Er wird von einem 530 PS starken 5,7-Liter-V12 von Lamborghini – vollgepumpt mit Steroiden aus der Luft- und Raumfahrttechnik – angetrieben. Der Pregunta war stärker als der ebenfalls Ende der 90er Jahre vorgestellte Ferrari F50 und mit 333 km/h genauso schnell wie ein Porsche GT der Gegenwart. Den stehenden Kilometer schmetterte der Pregunta in weniger als 20 Sekunden ab und den Sprint auf Tempo 100 erledigt der voll fahrfähige Prototyp in glatten 4,0 Sekunden.

Und im Pregunta finden sich Teile nicht nur aus dem Flugzeugbau, auch die Formel 1 hatte einiges beizusteuern:
- die matte Lackierung mit Stealth-Eigenschaften stammt vom Kampfflugzeug „Dassault Rafale“,
- die steuerbaren Lufteinlässe findet man erst ein Jahrzehnt später beim Bugatti 16/4 Veyron wieder.
- das zentrale Display stammt von Magneti Marelli aus der Formel 1
- auch die 4-Punkte Gurte von Schroth kommen aus der Formel 1
- die Beleuchtung des Cockpits und der Türeinstiege mit Lichtwellenleitern
- Kameras, die die Rückspiegel ersetzen
- die Ergonomie des Cockpits wie bei einem Kampfjet, ein Konzept, dass ein Jahrzehnt später auch im Lamborghini Reventón realisiert wurde
- herausnehmbare Dachhälften aus Polycarbonat

Nur 1,10 Meter hoch krallt sich der Pregunta in den Asphalt. Die tiefgezogene Nase – auch sie könnte von einem Formel 1-Renner stammen – weist die Richtung, leitet bei zunehmender Geschwindigkeit Luft in die gierig nach Luft schnappende Lufthutze über der extrem flachen Frontscheibe. Ein riesiger Frontflügel schaufelt die verbleibende Luft in die nach vorne verlegten Kühler, sie erreichen die Kühlleistung eines Kraftwerksblocks.

Wie erwähnt bleibt der Pregunta ein Traum. Dieses faszinierende, handgefertigte Einzelstück ist und bleibt der letzte und ultimative „echte“ Lamborghini. Er ist der Schlussstein in der 35 jährigen Geschichte von Lamborghini als eigenständige Marke. Doch Sie können sich den Traum dieses wundervollen Autos erfüllen. Denn der Wagen steht bei Autodomes in Paris zum Verkauf. Ein Preisschild sucht man allerdings vergebens. Verhandlungssache!

Dieser Meilenstein der jüngeren Automobilgeschichte steht bei Autodrome in Paris zum Verkauf, ein Preisschild sucht man vergebens, Verhandlungssache

Text: Axel Zahn

 

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