VW Bora Extrem



Es ist eine der klassischen Tuninggeschichten die uns aus Ohio, USA erreicht, wie sie nur das wahre Leben schreiben kann. Der beschauliche Bundesstaat an der kanadischen Grenze ist eigentlich nicht das Zentrum der Tuningwelt, aber der Bora von Todd Sollar aus Centerville gehört wirklich zur Creme de la Creme der amerikanischen Tuningszene. Und beinahe wäre es ihm ergangen wie vielen seiner Artgenossen und er hätte ein trostloses Leben im Serienzustand fristen müssen. Doch zum Glück wurde Todd erneut vom Tuningfieber infiziert und er warf alle seine guten Vorsätze über Bord um aus dem Bora einen echten Show & Shine King zu zaubern.

Bereits kurz nachdem er den Bora vom Händler geholt hatte, monierte er die mangelnde Leistung des unter der Haube arbeitenden 1,8T. Und so war schnell klar, dass hier nachgebessert werden muss. Also raus damit und nach Kentucky gesandt zu den Jungs von DTR Performance. Dort wurde das Aggregat komplett neu aufgebaut, mit geschmiedeten Kolben und stärkeren Pleuel versehen. Der Kopf wurde geplant und die Kanäle poliert um einen besseren Luftfluss zu erreichen. Für den neuen GT30R Turbolader fertigte DTR einen speziellen 4-in-1-Krümmer und um die Abgase loszuwerden wurde eine 3” Sidepipe verbaut. Damit der Lader auch immer optimal arbeiten kann, wurde ihm ein 44mm Wastegate von TiAl zur Seite gestellt.

Um den gestiegenen Benzinbedarf zu befriedigen wurde eine stärkere Benzinpumpe mit Ausgleichsbehälter installiert. Nötig wurde diese Änderung nachdem eine Einspritzanlage von ATP und 800cc Injektoren von Bosch verbaut wurden. Weitere Leistung wurde durch einen Ladeluftkühler von S-Max, einen DIE Cry Kühler und einen optimierten Ansaugweg erzielt. Insgesamt leistet der Motor nun nach der Kraftkur unglaubliche 400 PS.

Und da der Motor schon einmal ausgebaut war, konnte man auch gleich durch das Cleanen des Motorraums ein weiterer Höhepunkt gesetzt werden. Und so fielen der Optik die Heizung, die Klimaanlage und die Scheibenwaschanlage zum Opfer. Außerdem wurden unverzichtbaren Dinge wie Servoöl- und Bremsflüssigkeitsbehälter durch polierte Edelstahlversionen ersetzt. All diese Maßnahmen sorgen für einen wunderbar unverbauten Blick auf das Herzstück des Boras, ohne all das Plastikgedöns was bei modernen Autos so üblich ist.

Kommen wir nun zu dem was jedem sofort bei diesem Bora ins Auge springt: Dem Bodykit. Wobei der Begriff „Bodykit“ bei diesem Projekt eigentlich eine Untertreibung biblischen Ausmaßes ist. Denn Sollar griff nicht einfach auf 08/15-Teile zurück, sondern entwickelte auf Basis einer Front- und Heckschürze von Zender sein ganz eigenes Design. Für das perfekte Finish schickte er seinen Wagen dann zu den Jungs von Custom Collision in Middletown, die ihn in ein Gewandt in Blue Lagoon Metallic hüllten. Abgerundet wird der optische Auftritt durch diverse Carbonparts, wie zum Beispiel Motorhaube, Heckflügel oder Rückspiegel im F1-Design.

In den neuen Radhäusern finden nun 19“-Felgen von Forgeline Platz, die vorne mit 265/30 und hinten mit 315/30 Falken FK 452 besohlt sind. Damit auch nichts schleift bei diesen Dimensionen, wurde ein Air-Ride-Fahrwerk von Easy Street verbaut, was neben der nötigen Freigängigkeit auch für eine gehörige Portion Showeffekt sorgt. Weiter geht’s mit den Felgen im Fünf-Speichen-Look hinter denen ein Porsche Bremsanlage mit sechs Kolben an der Vorderachse und vier Kolben an der Hinterachse hervorblinzelt. Doch hier zählt nicht Show sondern fette Negativbeschleunigung.

Natürlich darf bei so einem Extremumbau auch der Innenraum nicht im langweilen Serientrimm bleiben. So nehmen Fahrer und Co-Pilot nun in Recaro-Vollschalensitzen Platz, für optimalen Halt sorgen Momo-Vierpunktgurte. Doch bevor man im edlen Gestühl platz nehmen darf, muss beim Einstieg erst der verchromte Überrollkäfig überwunden werden, dem auch die Rücksitzbank zum Opfer gefallen ist. Diesen Platz nimmt nun eine Abdeckung ein, in die ein beleuchtetes Logo integriert ist. Und auch die obligatorische Uhrensammlung im Armaturenbrett wurde durch Boost-Controller, Ladedruckanzeige, Öltemperatur und weitere Chronographen vervollständigt. Des weiteren wird der Fahrer bei seiner Arbeit am Sportvolant nun durch Shiftlights unterstützt.

Und auch bei der Auswahl der Multimediakomponenten blieb Todd Sollar seinem Motto, Klotzen statt Kleckern, treu. Als Headunit dient ein Clarion DVD MAX 675VD, das alle gängigen Multimediafeatures beherrscht. Dahinter sitzt ein 3sixty.2 Soundprozessor, der die Frequenzen herausfiltert die für die Rockford Fosgate Power 1000 Limited Edition 5-Kanalendstufe bestimmt sind. Von dort aus fließen die Tiefen an den Power T1-15 Subwoofer der dort sitzt, wo normalerweise die Rücksitzbank zu finden ist. Für Höhen und Mitten sorgt ein Rockford Fosgate T162 System.

Mit diesem Wagen ist Todd Sollar wirklich der Ritterschlag in der Tuningszene sicher, auch wenn er teuer erkauft wurde. Denn so wie sein Bora hier vor euch steht hat er mindestens 100.000 US-$ verschlungen. Wieso mindestens? Weil Todd beim Durchbrechen dieser Schallmauer aufgehört hat, weiter mitzuzählen ;)

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Text: Michael
Fotos: www

 

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