Hamburg, 29.01.2008: Nochmals stärker, schneller und präziser. So steht es in der Pressemeldung. Seit Jahrzehnten. Jeder neue Elfer ist stärker, schneller und präziser und irgendwann bekommt dann jeder Elfer eine Sportversion, die wieder stärker, schneller und präziser ist. Wie kann das sein? Alles nur heiße Luft und Marketing-Schönfärberei? Natürlich nicht, denn eine Legende entsteht nicht auf bunten Flipcharts, sondern beim späten Anbremsen von Ex-Mühle, beim harten Ausdrehen auf der Döttinger Höhe und beim Brötchenholen am Samstagmorgen.
Porsche präsentiert nun mit dem neuen GT3 auf Basis der zweiten Generation des 997 die Spitze des Machbaren. Nicht mehr und nicht weniger. Kaum ein Stein blieb auf dem anderen, sogar das geliebte GT1-Kurbelgehäuse musste weichen. Die Enthusiasten werden zwar das legendäre Kurbelgehäuse mit 76.4mm Hub und 100mm Bohrung vermissen, doch die neue Konstruktion bietet gerade in Sache Steifigkeit und Materialauswahl große Vorteile. Eine komplett neu entworfene Kurbelwelle mit 77.5mm Hub sorgt im Zusammenspiel mit 102mm-Rennsportkolben für 3.8 Liter Hubraum. Gemeinsam mit einem geänderten Öl- und Kühlwasserkreislauf wird der neue damit wieder weit in den 8000er Bereich drehen und dabei 435PS produzieren.
Doch nicht nur das Gehäuse wurde überarbeitet, auch der Zylinderkopf wurde tiefgreifend modifiziert. Das Vario-Cam-System verstellt nun nicht mehr nur die Einlassnockenwelle, sonder auch die Auslassseite, was die Drehmomentkurve deutlich flacher verlaufen lässt und dem Rennmotor eine deutlich verbesserte Elastizität verleiht. 4,1 Sekunden für den Standardsprint sind deshalb glaubwürdig und 8.2 Sekunden von 0 auf 160km/h zeigen das ganze Potenzial des neuen Kraftwerks. Erst bei 312km/h stößt der neue GT3 an seine Leistungsgrenze.
Um bei solchen Tempi auch sicheren Kontakt zur Fahrbahn zu gewährleisten hat Porsche erstmals in einem GT3 das ESP-Derivat PSM (Porsche Stability Management) verbaut. Natürlich lässt es sich genau wie die Traktionskontrolle komplett deaktivieren um den kundigen Fahrer auf der Rennstrecke nicht zu bevormunden.
Ein Großteil der erhöhten Stabilität geht aber auf die komplett veränderte Aerodynamik: die neue Front und vor allem das neue Heck mit vergrößerten Luftaustritten produzieren doppelt soviel Abtrieb wie der GT3 der ersten 997-Generation. Wie ernst die Ingenieure es bei der sportlichen Anschärfung des neuen GT3 gemeint haben zeigen aber besonders zwei neue Ausstattungsmerkmale. Zum einen sind es die besonders leichten Rennsportfelgen, die mit Zentralverschlüssen mit dem Fahrwerk verbunden werden und ab Werk mit UHP-Bereifung ausgeliefert werden, zum anderen das neue PADM.
Porsche Active Drivetrain Mount – und nein hier geht es weder um Züge, noch um Bergspitzen. Die Zuffenhausener Ingenieure haben schlicht adaptive Motorlager entwickelt. Im normalen Fahrbetrieb dämpfen sie die Motorschwingungen ab und leiten sie nicht in die Karosserie ein um den Komfort nicht zu beeinträchtigen, doch wenn der Fahrer das Kommando gibt blockieren die Dämpfer. Notwendig ist das auf der Rennstrecke, denn hier sorgt ein schwingender Motor für unangenehme Masseimpulse nach dem Einlenken und damit feuchte Hände und eine verpasste Ideallinie.
Zu kaufen gibt es den GT3 nach seiner Vorstellung in Genf ab 116.947 EUR und vielleicht sollte man zusehen diese Summe ausgeben zu können – denn es wird wahrscheinlich der letzte seiner Art sein. Großvolumige und hochdrehende Saugmotoren in Kombination mit einem kompromisslos auf Fahrdynamik ausgelegten Chassis? Der Zeitgeist setzt andere Prioritäten und selbst Porsche kann sich vor den Entwicklungen nicht verschließen - auch wenn jede neue Evolutionsstufe bei höherer Leistung immer sparsamer mit dem Kraftstoff umgeht.
Die neue 911-Baureihe (Code 991) trägt deshalb auch kleinere und zwangsbeatmete Boxertriebwerke im Heck, denn anders sind zukünftige Abgasnormen und Verbrauchsvorgaben nicht zu unterbieten. Der aktuelle 3.8 Liter GT3-Motor kann deshalb vielleicht in die Geschichte eingehen: Der letzte Boxer, der seine Leistung frei ansaugend und herrlich kreischend produzieren kann. Der letzte Porsche, der die Anlagen seiner Vorfahren seit über 40 Jahren stets verbessert und geschärft hat. Der letzte echte 911?
Die Frage hat sich die Gemeinde schon einmal gestellt – und wir haben damals kaum geglaubt jemals in diesen Tönen über einen Wasserboxer zu schreiben – doch die Umstellung des Kühlmittels wird wohl weit weniger schwerwiegend sein, als die Erfüllung von Flottenverbräuchen.
Mercedes SLS Gullwing Panamericana Noch nicht einmal auf dem Markt und schon verschandelt? Wem's gefällt, der kann sich von den US-Boys von Gullwing-America einen Bodykit für seinen Mercedes SLS AMG ordern und den Neuzeit-Flügeltürer optisch aufs Original trimmen.
Audi R8 5.2 V10 von B&B Tuner B&B-Automobiltechnik heizt dem Topmodell der Audi-R8-Baureihe mächtig ein. Je nach Ausbaustufe bringen die Siegener den Zehnzylinder des R8 auf bis zu 610 PS - und machen ihn damit endgültig zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten von Porsche GT2 und Mercedes SLS.
Ford Hot Rod für die SEMA 2009 Aufladung statt Hubraum. Mit diesem Motto möchte Ford anscheinend mit der alten Weisheit "Nichts geht über Hubraum" aufräumen. In ihrem 1934 Hot Rod schlägt denn auch ein doppelt aufgeladenes V6-Herz.
Chevrolet Camaro TransAm von Lingenfelter Pontiac ist tot. Und damit sind alle Hoffnungen auf einen neuen Firebird TransAm gestorben. Keineswegs. Tuner Lingenfelter kündigt für die SEMA 2009 einen TransAm-Umbau auf Basis des 2010er Chevrolet Camaro an.
Corvette C6 GTR von Specter Werks Mit bis zu 800 PS geht das Gemeinschaftsprojekt von Specter Werks und Lingenfelter demnächst an den Start. Vor allem die Kombination aus aggressivem Bodykit und satter Power dürfte die Corvette GTR auf der SEMA 2009 zu einem echten Highlight machen.
Honda Civic Type R von Mugen Nach nur sechs Minuten waren alle 300 Mugen-Versionen des Honda Civic Type R in Japan verkauft. Angestachelt von diesem Erfolg gibt's nun von der europäischen Niederlassung des japanischen Tuners eine Power-Variante auch für uns - beziehungsweise für England.