Opel Ampera



Hamburg, 24.02.2009: Die Nachrichten aus Rüsselsheim sind denkbar schlecht in diesen Tagen. Saab ist insolvent, die Konzernmutter GM hängt am seidenen (Finanz-)Faden und diese Misere könnte auch den deutschen Traditionshersteller ins Verderben stürzen.

Doch die Hessen stecken den Kopf nicht in den Sand und präsentieren auf dem Genfer Salon die eigene Idee vom Ökoauto. Neben dem - sich erfreulich gut verkaufenden - Insignia ist der neue Ampera eine wichtige Stütze für die Zukunft von Opel.

Lange hat es gedauert bis nun mit Opel endlich auch ein deutscher Hersteller auf Hybrid-Technik setzt, doch die Technik unterscheidet sich deutlich von den bekannten Modellen Toyota Prius und Honda Insight.

Nachdem Opel vor einigen Wochen ein erstes Teaserfoto releast hat ist der Opel Ampera nun im Rahmen eines Fotoshootings vor der Messe erstmals völlig ungetarnt von den Fotograden eingefangen worden.

Der Ampera ist mit der GM-Voltec-Technologie ausgerüstet, die auch den Konzernbruder Chevrolet Volt antreibt. Sie ermöglicht einen rein elektrischen Fahrbetrieb mit null Emissionen.

Vom US-Bruder übernimmt der hessische Umweltschützer auch die Karosserie – zumindest in weiten Teilen, denn die Front- und Heckpartie haben die Designer dem Markengesicht angepasst.

Der neue Opel trägt markige Bumerangleuchten an der Front und ein durchgehendes Lampenband am Heck Spiegel und Dachpartie sind besonders aerodynamisch gestylt und sogar ein Diffusor findet sich am Ampera. Anders als bei den meisten nachrüstbaren Tuning-Anbauteilen dient er am Opel tatsächlich zum Bündeln des Luftstroms unter dem Fahrzeugboden und der Erhöhung des Abtriebs.

Das Design wirkt modern und entspricht der neuen Design-Linie, die mit dem großen Insignia angefangen wurde. Auch der neue Astra, der auf der IAA in diesem Herbst präsentiert wird trägt das neue emotionale Design der Marke. Im Gegensatz zum konventionellen und etwas biederen Konkurrent VW Golf VI rechnen sich die Rüsselsheimer bessere Verkaufsargumente durch das neue Design aus.

Im Gegensatz zu den hybriden Mitbewerbern ist der neue Ampera als reines Elektroauto konzipiert. Gespeist wird der Motor durch die Lithium-Ionen-Akkus, die bis zu 65 km Reichweite ermöglichen. Das klingt zwar nicht viel, doch Studien zu Folge fahren über 80% der Deutschen täglich weniger als 50 Kilometer.

Die findigen Ingenieure haben dem Ampera jedoch durch einen genialen Trick mehr Reichweite verpasst, damit der Ampera nach Verbrauch der gespeicherten Energie nicht stillstehen muss:

Ein kleiner Verbrennungsmotor an Bord des Ampera kümmert sich um die Wiederaufladung der Akkus. Was auf den ersten Blick als wenig effizient erscheint ist es bei genauerer Betrachtung umso mehr, denn der kleine Benziner kann im reinen Ladebetrieb immer mit der wirkungsgradbesten Drehzahl laufen. Anders als im normalen Fahrbetrieb mit seinen ständigen Drehzahlvariationen kann die Verbrennung deutlich besser abgestimmt werden und der Motor agiert nur im optimalen Bereich.

Der Ampera kommt so mit deutlich weniger Verlusten aus als seine hybride Konkurrenz und steigert seine Reichweite so auf über 800km.

Weitere Informationen zum Opel Ampera gibt es am 3. März auf dem Genfer Salon.

Text: Fabian Mechtel (asphaltfrage.de)
Fotos: via worldcarfans.com

 

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