Audi R8 5.2 V10 von B&B



Hamburg, 30.10.2009: Die Öko-Fraktion ist vermutlich der Meinung, dass ein 525 PS starker 5,2-Liter-Motor mit zehn Zylindern und 480 Newtonmetern Drehmoment keiner Änderungen bedarf – wenn sie dessen Existenz nicht generell in Frage stellen dürfte. Ein Glück, dass zumindest der Tuningbereich vom grünen Daumen noch weitgehend verschont blieb. Denn andernfalls wäre uns die neueste Tunigvariante für den Audi R8 V10 5.2 FSI aus dem Hause B&B-Automobiltechnik wohl verwehrt geblieben. Das wäre wirklich bedauerlich gewesen, denn mit den drei angebotenen Ausbaustufen aus Siegen wird das bereits ab Werk nicht gerade langsame Topmodell der R8-Baureihe zur reinsten Asphalt-Rakete.

Zum Aufwärmen bietet das Unternehmen mit Stufe 1 eine dezente Elektronikänderung mit einer Optimierung der Einspritzkennfelder an. Das sorgt für 45-Mehr-PS, erhöht das Drehmoment um 30 Newtonmeter und bringt in Sachen Topspeed vier km/h mehr – etwas eindrucksvoller formuliert heißt das: 570 PS, 560 Nm und 320 km/h Spitze für 3950 Euro. Damit liegt der Audi R8 endlich auf dem Niveau des Organ-Spenders von Lamborghini - des LP56-4.

Zu wenig? Kein Problem. Stufe 2 schürt das Feuer mit einer zusätzlichen Optimierung der Ansaugwege und Luftführungen, einer Modifikation der Zünd- und Einspritzanlage sowie einer neuen Motorabstimmung weiter an. So ausgestattet drücken 585 PS und 575 Newtonmeter Drehmoment den B&B R8 V10 5.2 FSI bis auf 322 km/h. Kostenpunkt: 5950 Euro.

Richtig heiß wird es hingegen auf Stufe 3. In Anbetracht der hierfür fälligen 14.950 Euro scheint man mit der zusätzlichen Rennsportabgasanlage inklusive Metallkatalysatoren zwar fast schon etwas wenig für sein Geld zu bekommen, aus dem Blickwinkel eines Vollgas-Fetischisten lohnt sich diese Investition jedoch allemal. Denn nach dem Einlegen der dritten Stufe sind auf der Haben-Seite satte 610 PS und 600 Newtonmeter Drehmoment zu verbuchen. Das bringt den Ingolstädter auf Tempo 325 und reicht damit endgültig, um zumindest einen serienmäßigen Porsche 911 Turbo auf der Autobahn zu verblasen. Der hat zwar mit 480 PS deutlich weniger Feuer, aber wohl die bessere Aerodynamik. Ob der Audi von B&B dem schwächeren Porsche in Sachen Beschleunigung deutlicher davonfährt, bleibt der Tuner leider schuldig.

Wer sich den Traum vom deutschen Über-R8 erfüllen möchte, muss auf die Preise der jeweiligen Ausbaustufen "lediglich" 142.400 Euro für die Anschaffung der Tuning-Basis draufrechnen – und schon kanns los gehen. Wer in deutlich höheren Kampfklassen mit seinem Audi R8 antreten möchte, dem bleibt der Weg in die USA nicht erspart. Hier kann er sein Baby bei Tuner Hennessey abgeben und mit bis zu 700 Turbo-PS bestücken lassen. Angesichts des serienmäßigen Allradantriebs dürfte diese enorme Power sogar in ausreichendem Maße in Vortrieb umgesetzt werden.

Text: Christian Niesz

 

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