Hamburg, den 25.01.2009: „Der 993 war der letzte echte Männerporsche! Etwas zickig und zum Treten der Kupplung brauchte man richtig Schmackes im Bein. Die Fahrt zum Shoppen machte Mutti einfach keinen Spaß.“ Solche und ähnlich Sprüche höre ich nicht nur an Stammtischen, sondern auch an weitaus weniger „männlichen“ Orten. Und angesichts der vielen Damen, die inzwischen mit 911ern durch die Innenstädte gondeln, möchte ich erwähnten Aussagen manchmal sogar zustimmen. Doch ganz richtig ist der Spruch vom „letzten echten Männerporsche“ nicht. Tuner 9ff schafft Abhilfe. Dem aktuellen 911 GT2 (3,6-Liter-Boxer, 580 PS, 680 Nm) verpasst der Tuner zwei neue Turbolader mit variabler Turbinengeometrie, ein bretthartes, verstellbares Fahrwerk mit strammen 50 Millimetern Tieferlegung, ein leichtes Einmassen-Schwungrad. Die Kupplung wird der auf 670 PS und 800 Newtonmeter gestiegenen Leistung angepasst. Letzterer Eingriff ist auch der Grund dafür, dass es zum Treten der Kupplung eines kraftvollen Oberschenkels bedarf.
Um das Cockpit des Sportlers zu entern, geht’s an den Streben des Überrollkäfigs vorbei und rein ins Renngestühl mit Sechs- und Dreipunktgurten. Für die Fahrt ins Büro tut’s die Alltagssicherheit, bei der Nordschleifen-Hatz bedarf es der Sechsfachsicherung. Der Dreh am Schlüssel erweckt das hochgezüchtete Boxerbiest im Heck zum Leben. Wer sich ans energische Zutreten des Kupplungspedals gewöhnt hat, der stampft zwar das Pedal bei jedem anderen Wagen ins Bodenblech, bekommt den hochgezüchteten 9ff-Schwan dafür aber auch geschmeidig vom Fleck. Von jetzt an heißt es genießen.
Da wäre zunächst der süchtig machende Sound der Turbos und Blow-Off-Ventile. Das gierige Pfeifen beim Gasgeben und das nervöse Zischen beim Gaswegnehmen ziehen Fahrer und Umwelt gleichermaßen in ihren Bann. Zusätzlich versucht der GT2 mit seiner Klappensteuerung im Titan-Abgastrakt zu verführen. Auf Knopfdruck öffnet die Audio-Erotik die Lippen und schreit ihre Power ungeniert – wenn mir persönlich allerdings etwas zu leise – in die Welt. Und das darf der 9ff auch. Immerhin kann sich dieses Männerauto mit einer Sprintzeit von 3,6 Sekunden auf Tempo 100 und beängstigend kurzen 25,8 Sekündchen bis Tempo 300 auch mit deutlich teureren Boliden á la Lamborghini LP640 (285.000 Euro, 640 PS) und Maserati MC12 (696.000 Euro, 636 PS) messen.
Zum Thema Auspufflautstärke klärt mich der 9ff-Mann auf: „Die können wir stufenlos raufschrauben. Wir hatten schon einen Kunden, der wollte das maximal Mögliche. Bei 130 Dezibel hat’s dann fast das Messgerät gekillt. Eingetragen bekommt man so was natürlich nicht mehr. Aber gut, des Menschen Wille ist sein Himmelreich.“ Na dann, …
Wir verlassen das Werksgelände in Dortmund und machen uns daran, das Turbo-Aggregat auf Temperatur zu bringen. Dass die aufgezogenen Pilot Cup Sport von Michelin (235 mm vorn, 325 mm hinten) im Laufe unseres Ausflugs volle Haftung erreichen, glaub ich angesichts der niedrigen Außentemperaturen allerdings nicht. Aber wir wollen ja auch nicht auf die Rennstrecke und bis ans Limit gehen. Vielmehr sollen uns die Landstraßen und Autobahnen rund um Dortmund die Möglichkeit geben, einen ersten Eindruck vom deutlich über 330 km/h schnellen 9ff-Neuling zu bekommen.
Nachdem der Boxer warmgelaufen ist, kann ich nicht mehr an mich halten und gebe dem hammerharten Porsche die Sporen. Schließlich bin ich ein Mann. Aber leider kein Rennfahrer. Mein Hände werden feucht und feuchter als der GT2 anfängt zu fliegen. Jede Bodenwelle, jede Fuge schickt harte Schläge ins Cockpit und bei 300 Sachen ist am Lenkrad harte Arbeit angesagt. Kein Vergleich zum brutalen 320-km/h-Cruisen im Audi RS6R von MTM. Tempo-Schilder und Ausfahrten flitzen vorbei, die Titanflöte spielt eine wundervolle Melodie und das fahrwerksbedingte Zittern der Xenonfunzeln räumt die linke Spur erfolgreich frei. Aber mal ehrlich: Mit stumpfem Geradeausfahren ist der GT2 von 9ff sträflich unterfordert. Zwar versuche ich noch, auf der Landstraße ein geeignetes Revier zu finden, doch vergebens. Dieses Ding ist ein Monster. Ein Biest. Ein Zeitenjäger, der im drögen Alltag und auf öffentlichen Straßen wie Boxer Mike Tyson hinterm Schreibtisch wirkt. Und wir alle wissen, zu was „Iron Mike“ fähig ist (Stichwort Ohr).
Fazit: Wenn der 580 PS starke und rund 190.000 Euro teure Porsche GT2 nicht reicht, dann muss es ein GT2 von 9ff sein. Die Leistungsdaten der Porsche-Speerspitze werden eindrucksvoll nach oben geschoben, und die 30.000 Euro Aufpreis sollten in dieser Preisklasse zu verschmerzen sein. Auf öffentlichen Straßen muss sich dieser Bolzen vor niemandem verstecken und auf der Rennstrecke könnte der 9ff zum echten König mutieren.
Driven: Opel Astra 1.6 Turbo Modell 2010 Mit dem neuen Astra will Opel nicht nur endgültig aus der Krise fahren, auch der VW Golf soll endlich aufs Korn genommen werden. EVOCARS ist mit dem zunächst stärksten Astra - dem 1.6 Turbo - durch den Taunus gedüst und hat sich ein erstes Bild vom 160-PS-VW-Kontrahenten gemacht.
Driven: Mazda3 MPS Modell 2010 Gehüllt in ein neues Gewand geht der 2010er Mazda3 MPS auf Kundenfang. Wir sind den 260 PS starken und knapp 27.000 Euro teuren Hot Hatch gefahren und sortieren ihn für Sie um Umfeld aus Audi S3, Golf R und Co. ein.
Driven: Can-Am Spyder RS Er ist zwar kein Auto, ein Motorrad ist er aber auch nicht. Also wollen wir uns nun einmal mit dem Spyder RS von Can-Am beschäftigen. Der bügelt in 4,5 Sekunden auf Tempo 100 und düfte noch lange im deutschen Straßenbild auffallen.
Driven: Honda Civic Type R Championship In unschuldigem Weiß, dafür mit jeder Menge Sportlichkeit unter der Hülle will der Civic Type R Championship White Edition zum Kauf verführen. Für knapp 29.000 Euro bekommt der Kunde ein extravagantes Äußeres gepaart mit jeder Menge Fahrspaß. EVOCARS hat dem Japaner auf den Zahn gefühlt.
Driven: Renault Sport Spider Ohne Dach, ohne ESP oder Servelenkung dafür mit Fahrspaß im Überfluss überzeugt der puristische Spider aus dem Hause Renault. EVOCARS durfte den Kult-Roadster einen Tag lang durch die Eifel scheuchen und den Sport-Genen von Renault auf den Grund gehen.
Driven: Dodge Challenger SRT8 Geiger Cars Gehüllt in giftiges Grün, knapp 570 PS unter der Haube und mit unter 90.000 Euro Kaufpreis fast so etwas wie ein Schnäppchen - das ist der Dodge Challenger SRT8 von Geiger Cars. EVOCARS-Mann Fabian Mechtel hat dem Importeur und Tuner Karl Geiger einen Besuch abgestattet und mit dem Muscle-Car jede Menge Spaß gehabt.
Driven: Opel Insignia OPC Mit einer perfekten Mischung aus aggressiven Auftreten und dezenter Zurückhaltung, gepaart mit einem modernen Allradantrieb und satten 325 PS wird der Inisgnia OPC schon bald von der Leine gelassen. EVOCARS hat schon jetzt die "Opel Performace Center"-Limousine zu einem Tänzchen gebeten. Und das war kein Walzer!
Driven: BMW 335i Coupé mit DKG Selten hat es uns ein Motor so angetan wie der 306 PS starke Dreiliter-Biturbo von BMW. Endlich konnten wir das Traumaggregat nun auch in Kombintaion mit dem Siebengang-DKG auf die Probe stellen. Im 335i Coupé musste das Gespann beweisen, ob es füreinander geschaffen ist.